Alzheimer durch Herpes übertragbar?

Herpes soll Alzheimer auslösen. Wir erklären den Zusammenhang

Alzheimer durch Herpes übertragbar?

Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung, die meistens bei Menschen über dem 65. Lebensjahr auftritt. Die Alzheimer-Krankheit ist für mehr als die Hälfte der 25 Millionen Demenzerkrankungen weltweit verantwortlich. Neuere Studien kommen zu dem Schluss, dass Alzheimer möglicherweise durch das Herpes-Virus verursacht wird. Damit wäre die Erkrankung ansteckend.

Was verbirgt sich hinter der Alzheimer-Krankheit?

Die Alzheimer-Demenz ist eine sogenannte primäre Demenz. Das bedeutet, dass die Ursache für das demenzielle Verhalten der Patienten auf Veränderungen im Gehirn zurückzuführen ist. Charakteristisch für die Erkrankung ist die zunehmende Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit. Die Patienten können ihren Alltag nicht mehr aktiv bewältigen und leiden zunehmend unter Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychiatrischen Symptomen.
Schon viele Jahre vor den ersten Symptomen entstehen im Gehirn der Betroffenen Ablagerungen. Diese Plaques bestehen aus speziellen Eiweißen. Sie lagern sich an die Nervenfasern und die Nervenzellen an und schränken diese in ihrer Funktionalität ein.

Die Ursachen der Alzheimer-Krankheit

Die genaue Entstehung der Erkrankung ist bis heute noch nicht geklärt. Es scheint eine genetische Komponente in der Verursachung der Erkrankung zu geben. So zeigt sich bei fünf bis zehn Prozent der Patienten eine familiäre Häufung. Einige Forscher vermuten zudem, dass dem Alzheimer-Syndrom entzündliche Prozesse im Gehirn zugrunde liegen. Andere Forscher kommen zu dem Schluss, dass Prionen die Auslöser der Alzheimer-Krankheit sind. Prionen sind Eiweiße, die in veränderter Form schwerwiegende Folgen für den Körper haben können. So sind Prionen zum Beispiel für den Rinderwahnsinn (BSE) verantwortlich. Als Risikofaktoren für die Erkrankung gelten zudem
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • erlittene Schlaganfälle

Auch ein vorangegangenes Schädel-Hirn-Trauma erhöht die Wahrscheinlichkeit, an der Alzheimer-Demenz zu erkranken.

Herpes als Auslöser von Alzheimer

Nun sprachen sich mehr als 30 Experten in der Fachzeitschrift „Journal of Alzheimer´s research“ dafür aus, dass das Herpes-Virus eine Demenz begünstigen kann. Derzeit existieren mehr als 100 Studien, die den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit mit dem Herpes-simplex-Virus in Verbindung bringen.

So erkranken ältere Menschen mit Herpes-simplex-Infektionen doppelt so häufig an Alzheimer wie Senioren, die keine Antikörper gegen die Herpesviren haben.

Herpesviren können nach der Ansteckung ein Leben lang im Körper persistieren. Die Durchseuchung in der Bevölkerung ist hoch. 9 von 10 Erwachsenen tragen das Herpes simplex Virus 1 in sich. In den meisten Fällen verläuft die Infektion aber harmlos. Bei vielen Menschen bricht die Infektion nie aus. Die Forscher vermuten, dass sich bei zunehmender Immunschwäche im Alter die Viren ungehindert im Gehirn ausbreiten können. Dabei befallen sie scheinbar genau jene Regionen, die eine Rolle für das Gedächtnis und die Laune spielen.

Neue Therapiemöglichkeiten für die Alzheimer-Demenz?

Die Forscher erhoffen sich von diesen neuen Forschungsergebnissen bessere Therapiemöglichkeiten für die Alzheimer-Krankheit.
Bisher kann die Erkrankung noch nicht geheilt werden. Sollte sich die These bewahrheiten, dass Herpesviren Alzheimer hervorrufen, wäre der Einsatz antiviraler Mittel in der Therapie denkbar.
Um herauszufinden, ob diese Therapien gegen die Alzheimer-Krankheit helfen könnten, müssen allerdings zunächst langwierige klinische Studien durchgeführt werden.
Bildquelle: bigstock-ID-103838192-by-digitalista

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