Das Epstein-Barr-Virus (EBV)

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Das Epstein-Barr-Virus, auch EBV genannt, ist ein sogenanntes humanpathogenes DNA-Virus.  Es gehört zur Familie der Herpesviridae. Entdeckt wurde es 1964 von den beiden englischen Virologen Michael A. Epstein und Yvonne M. Barr, die zusammen mit ihrem Kollegen Bert G. Achong EBV in B-Lymphozyten eines afrikanischen Patienten mit Burkitt-Lymphom nachwiesen.

Das Epstein-Barr-Virus wird überwiegend durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen, jedoch sind auch Übertragungen durch Blutinfusionen oder Transplantationen möglich, welche aber sehr selten sind. Auch in den Genitalsekreten ist das EBV nachgewiesen worden, weshalb auch eine Übertragung durch Sexualkontakt nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Infektion mit EBV erfolgt zumeist im Kindesalter. In der Regel wird dies gar nicht bemerkt. Infizieren sich jedoch Jugendliche oder Erwachsene kommt es in 30–60 % zu einer Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber. Etwa 98 % aller Menschen haben sich bis zum 40. Lebensjahr mit dem EBV infiziert. Nach der Übertragung verbleibt das Virus wie alle Herpesviren lebenslang im Körper und kann auch reaktiviert werden. (Mehr zu Herpeserkrankungen erfahren sie auf www.herpes24.com.) Normalerweise wird ein Wiederausbrechen des EBV vom Wirt nicht bemerkt, da es vom Immunsystem wirksam eingedämmt wird. Liegen aber Immunschwächen vor, wie es bei HIV-Infizierten oder bei Organempfängen der Fall ist, kann das Virus durch unkontrollierte Vermehrung die Entstehung seltener Krebsarten begünstigen.

Ebenso bestätigte sich in den letzten Jahren mehr und mehr der Verdacht, dass das Epstein-Barr-Virus auch mit Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose oder rheumatoider Arthritis assoziiert werden kann. Dabei trägt EBV allerdings lediglich zur Infektion bei, ist aber keinesfalls allein verantwortlich dafür. Auch die Europäische Schlafkrankheit und das Chronische Erschöpfungssyndrom stehen vermutlich im Zusammenhang mit dem EBV.

Es gibt regionale Spezifika des Epstein-Barr-Virus. So grassieren in Afrika regelmäßig Epidemien von Varianten des Burkitt-Lymphoms, welche klar mit dem EBV in Verbindung gebracht werden können. Im asiatischen Raum wird das EBV als Risikofaktor für Tumoren in Nase oder Kehlkopf angesehen. Jedoch ist eine EBV-Infektion hier zwar nötige, nicht aber genügende Voraussetzung für eine Krebserkrankung.


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