Herpes am Po

Herpes am Po wird durch Viren des Geintalherpes verursacht (Bildquelle: BigStock-ID:-61538753 by Ocskay Bence)

Beim Herpes handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Es existieren zahlreiche unterschiedliche Herpesviren, die jedoch alle eng miteinander verwandt sind. Herpesviren haben dabei eine Besonderheit: Ist einmal eine Ansteckung erfolgt, verschwinden die Viren nie wieder aus dem Körper.

Sie bereiten allerdings nicht durchgehend Probleme, sondern schlagen immer dann zu, wenn das Immunsystem gerade geschwächt ist. Dies kann durch Stress oder andere Krankheiten bedingt sein. Wie oft es zu einem erneuten Ausbruch von Herpes kommt, ist völlig unterschiedlich und hängt sowohl von der genetischen Disposition als auch dem Lebensstil des Betroffenen ab. Tritt Herpes unterhabt der Gürtellinie im Bereich der Geschlechtsorgane und am Po auf, spricht man in der Regel von Herpes genitalis. Dabei handelt es sich um eine Geschlechtskrankheit, die vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen wird.

Herpes genitalis ist ansteckend

Wie alle anderen Herpesarten, ist auch der Herpes am Po ansteckend. Der Erreger ist in den meisten Fällen der so genannte Herpes Typ II, den etwa 1/5 aller Menschen in sich tragen. Aber auch der Typ I, von dem vermutet wird, dass nahezu jeder Mensch ihn in sich trägt, kann Herpes am Po auslösen. Die Viren verbreiten sich vor allem beim Geschlechtsverkehr. Schon kleinste Risse in der Haut reichen aus, dass das Herpesvirus in den Körper eindringen kann. Aber auch über die Schleimhäute kann eine Übertragung stattfinden. Dazu ist es nicht nötig, dass der Herpes-Träger aktuell einen akuten Verlauf durchmacht, auch die schlummernden Viren sind ansteckend. Liegt ein akuter Ausbruch von Herpes am Po vor, sind die Bläschen ebenfalls ansteckend. Diese Ansteckungsgefahr besteht vom ersten Kribbeln an der betroffenen Stelle bis zum endgültigen Abfallen der Krusten. Beim Herpes am Po handelt sich also um eine hochansteckende Krankheit, vor der Kondome schützen können.

Nach einer Ansteckung muss es nicht zwangsläufig sofort zum Ausbruch der Erkrankung kommen. Es können unter Umständen Monate vergehen, bis der erste Ausschlag auftritt. Denn erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann das Herpesvirus zuschlagen.

Verschiedene Erreger – sehr ähnliche Symptome

Auch wenn Herpes durch verschiedene Erreger ausgelöst wird, ähneln sich die Symptome sehr stark. Das erste Anzeichen ist häufig ein Kribbeln oder schmerzhaftes Jucken an der betroffenen Hautstelle. Auch ein brennendes Gefühl kann möglich sein. Im weiteren Verlauf bilden sich kleine Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Die Haut rötet sich und es kommt zu jucken und brennen. Dieser Verlauf ist bei allen Herpesarten typisch, sie unterscheiden sich auch kaum in ihrem optischen Erscheinungsbild. Der Herpes am Po ist also vergleichbar mit dem Lippenherpes.

Therapie nur bedingt möglich

Wer sich einmal mit Herpesviren infiziert hat, wird diese das ganze Leben über in sich tragen. Eine vollständige Heilung ist also nicht möglich. Deshalb beschränkt sich die Behandlung von allen Herpesarten auf die Symptome und den Aufbau des Immunsystems um eine weitere Vermehrung der Viren zu verhindern.
Ist nur ein leichter Befall vorhanden, ist eine Behandlung nicht immer nötig, da der Herpes von alleine wieder abheilt. In anderen Fällen kann jedoch eine medikamentöse Therapie erforderlich sein, besonders dann, wenn die Infektion Beschwerden wie Schmerzen verursacht. Dabei findet antivirale Medikamente Anwendung, so genannte Virustatika, die zumeist in Tablettenform verabreicht werden. Zusätzlich wird der Herpes lokal behandelt, in dem auf die betroffene Hautstelle auch antivirale Salben aufgetragen werden. Diese lindern den Juckreiz und sorgen für eine schnellere Heilung der Herpesbläschen.

In besonders schlimmen Fällen oder wenn der Herpes sehr oft und sehr heftig auftritt, können die Medikamente auch intravenös verabreicht werden.
Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, da die Herpesviren immer im Körper verbleiben. Der Ausbruch der Krankheit ist von den persönlichen Gegebenheiten abhängig. Je früher ein Ausbruch von Herpes behandelt wird umso schneller werden auch die Beschwerden verschwinden. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig eine Therapie einzuleiten.

Herpes als Symptom für andere Krankheiten

Herpeserkrankungen werden zwar durch die Herpesviren ausgelöst, eine solche Erkrankung kann aber auch immer auf anderen Krankheiten hinweisen. Besonders, wenn es häufig zum Ausbruch von Herpes kommt, kann eine Krankheit vorliegen, die das Immunsystem dauerhaft schwächt und somit den Lebensraum für die Herpesviren begünstigt. Eine Krankheit, die das Immunsystem beeinträchtigt, ist AIDS. Aber auch Diabetespatienten und Krebskranke sind einem höheren Risiko ausgesetzt, eine Herpesinfektion zu erleiden.

Bei einem akuten Herpes ist in jedem Fall immer zu erhöhter Hygiene zu raten. Besonders gegenüber älteren Menschen und chronisch Kranken, aber auch gegenüber Neugeborenen und Schwangeren. Bei Säuglingen kann eine Herpesinfektion zu schweren Organentzündungen führen, die lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Auch für Schwangere ist eine Infektion mit Genitalherpes nicht ungefährlich, betroffene Frauen müssen dann häufig ihr Kind mittels Kaiserschnitt zur Welt bringen, damit keine Übertragung des Virus auf das Baby erfolgt.

Herpes kann am ganzen Körper auftreten

Der Ausschlag, der durch Herpesviren ausgelöst wird, kann am ganzen Körper auftreten. Sehr bekannt ist der Lippenherpes, der sich bis zur Nase hoch ziehen kann. Auch der Herpes am Po, der so genannte Genitalherpes, ist nicht selten. Dieser kann den gesamten Bereich rund um die Geschlechtsorgane befallen, auch die weibliche Scheide. Eine solche Form von Herpes kann sehr schmerzhaft ausfallen. Zu den schmerzhaften Herpeserkrankungen gehört auch der Herpes im Mund. Durch die Bläschenbildung ist Nahrungsaufnahme dann nur unter Schmerzen möglich. Besonders gefährlich ist eine Herpesinfektion, die an den Augen auftritt. Im schlimmsten Fall kann das Virus hier für Erblindung des Auges verantwortlich sein. Aus diesem Grund sollten Kontaktlinsenträger immer nur mit sorgfältig gewaschenen Händen ihre Linsen einsetzen um einer Infektion vorzubeugen.

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