Herpes neonatorum – Gefahr für Säuglinge

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Herpes neonatorum ist eine Erkrankung, die ausschließlich bei Neugeborenen auftritt. Die betroffenen Babys infizieren sich bei der Geburt durch ihre Mütter mit Herpes-simplex-Viren. Die Infektion bedeutet für die Kleinen meistens eine lebensbedrohliche Situation.

Risiko Geburt

Auslöser eines Herpes neonatorum ist fast immer eine Herpes-genitales-Erkrankung der Mutter. Bei den Neugeborenen kommt es während oder kurz nach der Geburt zur Infektion. Dies geschieht nicht nur bei Frauen mit sichtbaren für Herpes genitales typischen Verletzungen. Auch eine infizierte Mutter, die äußerlich unversehrt erscheint, kann die Viren an das Neugeborene übertragen. Eine Ansteckung kommt statistisch gesehen bei einer von 7.500 Geburten vor.

Lebensgefährliche Bedrohung

Die Herpes-Viren verbreiten sich nach der Weitergabe an das Neugeborene nahezu ungehindert über die Blutbahn im gesamten Körper. Das schwach entwickelte Immunsystem des Säuglings ist kaum in der Lage, die Eindringlinge abzuwehren. Die Herpes-Viren können die Haut, innere Organe und sogar das Zentralnervensystem befallen und zu schweren Schäden führen. In nur wenigen Tagen schreitet die Erkrankung beim Neugeborenen schnell voran. Es kann zu Nervenschäden und lebenslangen Behinderungen kommen. Als Spätkomplikation ist eine spätere Reaktivierung des Herpes neonatorum möglich. Sollte eine Hirnentzündung vorliegen, verschlechtert sich die Prognose erheblich. Bis zu 80 Prozent aller unbehandelten Fälle von Herpes neonatorum verlaufen tödlich.

Diagnose

Das Risiko für das Neugeborene kann bestimmt werden, indem die Viruslast bei der Mutter entweder durch eine Zellkultur oder einen Abstrich untersucht wird. Bei dem Kind wird das Virus direkt etwa durch Hautabstrich oder Bläschenflüssigkeit ermittelt.

Therapie

Ärzte empfehlen betroffenen Frauen eine Behandlung mit Aciclovir und/oder Valaciclovir, um so die Vermehrung der infizierten Zellen zu verhindern. Wenn sich die werdende Mutter im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft infiziert hat, ist das Übertragungsrisiko für das Kind besonders hoch. Diese Neugeborenen erkranken mit erhöhter Wahrscheinlichkeit an einer lebensbedrohlichen Hirnentzündung und Blutvergiftung. Um das Risiko zu senken, empfehlen Gynäkologen in diesen Fällen einen Kaiserschnitt. Nach einer natürlichen Geburt kommt die Gabe von Gamma-Globulin als zusätzlicher Schutz in Frage, das Neugeborene kann danach mit Aciclovir behandelt werden.


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