Verbreitung

Herpes VerbreitungBereits im alten Griechenland war die Erkrankung Herpes simplex und ihre weite Verbreitung bekannt. So beschrieb Hippokrates sie als sich ausbreitende Bläschenerkrankung. Man unterscheidet zwischen den Formen labialis mit dem Symptom der Bläschenbildung am Mund und genitalis mit dem gleichen Symptom im Genitalbereich. Im antiken Rom wusste man bereits, dass die Erkrankung auch übertragen werden kann. So verbot Kaiser Tiberius das Küssen bei öffentlichen Veranstaltungen, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

Heute weiß die Medizin, dass es sich bei den beiden Formen des Herpes simplex (umgangssprachlich auch oft einfach nur als Herpes bezeichnet) um Virusinfektionen handelt. Der Begriff leitet sich aus dem altgriechischen Wort für „kriechen“ ab, da als Symptom eine allmähliche – quasi kriechende – Ausbreitung auf der Haut zu beobachten ist.

Das Virus bleibt nach einer Ansteckung lebenslang im Organismus, wobei die Erstinfektion durchaus auch symptomfrei verlaufen kann. Das Virus befindet sich nunmehr in einem Ruhezustand und kann in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder zum Ausbruch der Krankheit führen. Ist eine Infektion diagnostiziert, so stehen den behandelnden Ärzten für die Therapie sogenannte Virostatika zur Verfügung.
Die häufigste Erscheinungsform eines Herpes Erkrankung ist der Herpes labialis, auch Lippenherpes genannt. Etwa 40 Prozent der Erwachsenen weltweit leiden zumindest einmal in ihrem Leben unter dem Ausbruch der Krankheit. Dabei zeigt sich das Symptom der Bläschenbildung vorwiegend in den Mundwinkeln oder im Übergangsbereich zwischen den Lippen und den Hautstellen oberhalb der Lippen.

Die Erkrankung zeigt sich häufig im Zusammenhang mit einer weiteren, zumeist fiebrig verlaufenden Infektionskrankheit. Im Falle von weiblichen Betroffenen ist auch beobachtet worden, dass das Virus kurz vor oder im Verlauf der Menstruation aktiv wird und es zum Ausbruch der Krankheit kommt.
Der Mensch ist der einzige natürliche Wirt für das Virus, dessen Verbreitung mittlerweile weltweit beobachtet werden kann. Begünstigend für die Verbreitung ist der Umstand, dass das Virus zum Beispiel durch Speichelkontakt bereits im Säuglingsalter übertragen werden kann.

Das Virus zeigt hinsichtlich seiner Verbreitung ein deutliches altersabhängiges Auftreten. So ist die Wahrscheinlichkeit, in der Pubertät oder am Ende der Pubertät den Ausbruch einer Herpes Erkrankung zu durchlaufen, besonders hoch. Für Deutschland gilt, dass bei mehr als 90% aller Personen, die im Rahmen einer Studie untersucht worden sind, Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden konnten, was bedeutet, dass sie sich irgendwann im Verlauf ihres Lebens mit dem Virus infiziert haben.