Formen

Die verschiedenen Herpesformen werden durch Krankheitserreger aus der Familie der Herpes-Viren (Herpesviridae) ausgelöst. Alle 170 Typen dieser Viren verbleiben nach der Erstinfektion lebenslang im Körper und können immer wieder zum Ausbruch der bekannten schmerzhaften Bläschen führen.

Der Lippenherpes (Herpes labialis), ausgelöst durch das Herpes-simplex-Virus-1 (HSV-1), ist eine der am häufigsten vorkommenden Herpesformen. Für den Genital-Herpes (Herpes genitalis) ist meistens das HSV-2 verantwortlich. In diesem Fall kann die Infektion auch auf den Analbereich übergreifen (Herpes simplex perianalis). Das Ekzema herpeticum ist noch weit gravierender: Die Herpes-Entzündung greift großflächig auf die Haut über. Beim generalisierten Herpes sind sogar innere Organe mit betroffen.

Doch es treten auch Herpesformen auf, die begrenzte Infektionen außerhalb der typischen Areale hervorrufen. So spricht der Arzt von einer Herpes-simplex-Ösophagitis, wenn die Speiseröhre befallen ist, bei der Herpes-simplex-Retinitis wird die Netzhaut angegriffen. Die Bell-Lähmung geht mit einer Infektion der Gesichtsnerven einher.
Besonders kritisch ist eine Herpes-Infektion während der Schwangerschaft, denn das Baby kann bei der Geburt infiziert werden. Am häufigsten geschieht das, wenn die werdende Mutter akut an Herpes genitalis erkrankt ist. Das Neugeborene kann schwere Hirnschäden erleiden. Der Arzt kann das mit einem Kaiserschnitt verhindern.
Die Gürtelrosen oder Herpes zoster sind Infektionen mit dem Varizella-Zoster-Virus. Symptom dieser Herpesformen ist ein äußerst schmerzhafter roter Hautauschlag im Bereich der Hüfte oder der Brust.

Seltener ist der Befall der Augen, des Gehörgangs oder sogar des gesamten Nervensystems. Die Entzündung des Nervus trigeminus mit den Zoster-Viren ist als Gesichtsrose bekannt.