Herpesviren

HerpesvirenHerpesviren sind die Erreger des entzündlichen Lippen- und Genitalherpes. Die winzigen Kugeln sind mit bloßem Auge gar nicht sichtbar, daher brauchen Wissenschaftler schon ein Elektronenmikroskop, um sie darzustellen. Aus den Untersuchungen der letzten Jahre ist der Aufbau der wichtigsten Herpes verursachenden Viren sehr genau bekannt. In dem kugelrunden „Kapsid“, das aus Eiweißstoffen besteht, ist die Erbsubstanz, die DNA, enthalten. Die Gene der Viren veranlassen unsere Körperzellen zur rasanten Produktion zahlreicher weiterer Viren. Die Zellen gehen zugrunde, wodurch das Schleimhautgewebe geschädigt wird und überdies Millionen neuer Herpesviren frei werden.

Drei der 170 bekannten Herpesviren rufen beim Menschen Krankheiten hervor. Die anderen machen den verschiedensten Tieren das Leben schwer. Beim Menschen sind es vor allem zwei Typen, die den Herpes auslösen: Das Herpes-simlpex-Virus-1 und -2, abgekürzt HSV-1 und HSV-2. Beide Arten können sowohl den Lippenherpes (Herpes labialis) als auch den Geniatlherpes (Herpes genitalis) verursachen. Allerdings mit unterschiedlicher Häufigkeit, so ist das HSV-1 ganz überwiegend für den Lippenherpes verantwortlich, während das HSV-2 der häufigste Erreger des Genitalherpes ist. In beiden Fällen erfolgt die Ansteckung durch zwischenmenschlichen Schleimhautkontakt. Das geschieht natürlich nur während einer Akuterkrankung des „Ansteckers“.

Der Ausbruch beider Herpesformen ist meistens durch Herpesviren hervorgerufen, die sich möglicherweise schon seit der Kindheit im Körper befinden. Denn nach der Erstansteckung, die oft schon durch den Mutter-Kind-Kontakt erfolgt, wird man die Erreger nicht mehr los. Untersuchungen haben ergeben, dass über 80% der Bevölkerung mit dem HSV-1 infiziert sind. Ist der Organismus durch eine gesundheitliche Krise geschwächt, haben die schlummernden Viren leichtes Spiel und greifen erneut an. In den meisten Fällen bleibt es bei den zwar lästigen aber nicht dramatischen Herpesbläschen. Doch können Herpesviren auch auf andere Organe übergreifen und schwere Schädigungen zur Folge haben.

Das dritte Virus der Familie der „Herpesviridae“, das den Menschen befällt, ist das sogenannte „Varicella zoster“. Es verursacht die gefürchtete Gürtelrose, die strikt einer ärztlichen Behandlung bedarf. Die Gürtelrose tritt in manchen Fällen nach einer Windpocken Erkrankung auf. Hierfür verantwortlich ist der Varicella-Zoster-Virus der nach der Erkrankung im Körper des Erkrankten verbleibt.