Immun gegen Herpes

Immun gegen Herpes
Je nach zu Rate gezogener Quelle haben sich bis zu 95 Prozent der erwachsenen Menschen mit dem Herpes-Virus angesteckt: In ihrem Blut ist der entsprechende Antikörper für das Herpes simplex-Virus nachweisbar. Das hochansteckende Virus schlummert, hat man sich einmal mit ihm infiziert, für immer im Rückenmark des Betroffenen und bricht erneut aus, wenn der Patient beispielsweise durch Ekel oder starke Sonneneinstrahlung ein geschwächtes Immunsystem hat. Doch was ist mit den wenigen Menschen, bei denen der entsprechende Antikörper nicht nachweisbar ist? Sind diese immun gegen Herpes?

Woher kommt die Immunität gegen Herpes?

Eine Studie aus dem Jahr 2003 zeigte: Kinder, die an Windpocken erkranken, können eine gewisse Immunität gegen andere Viren aus der Familie der Windpocken-Viren – zu denen auch der Herpes Simplex, wie der medizinische Begriff für die Lippenbläschen lautet, entwickeln. Wer also an Kind unter Windpocken litt, der steckt sich vielleicht in seinem weiteren Leben nicht ganz so leicht mit Herpes an. Doch garantiert ist dies keinesfalls. Viel eher kann man davon ausgehen, dass einige Menschen sich nicht allzu leicht mit dem Virus anstecken, da sie ein passend geschultes Immunsystem haben und dass sie zudem nicht in engen Kontakt mit dem Erreger kamen. Aus diesem Grund tragen sie den Herpes-Erreger nicht in sich. Wahrscheinlicher ist angesichts der großen Zahl der infizierten Weltbevölkerung, dass einige wenige Menschen schlichtweg das Glück haben, dass sie trotz der Infektion nie unter den Fieberbläschen leiden, da diese schlichtweg nicht ausbrechen.

Fast jeder trägt den Virus in sich

Denn natürlich können auch Menschen, bei denen der Herpes-Virus nie ausbricht, diesen in sich haben und auch andere Menschen damit anstecken. Meistens ereignet sich die Ansteckung übrigens bereits vor dem sechsten Lebensjahr, und oft geschieht die Infektion ohne weitere Symptome. Die vermeintliche Immunität muss aber keinesfalls für immer anhalten: Nach Operationen oder bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder HIV hat es das Herpes-Virus leichter und bricht aus. Oft beugt man in diesem Fall bereits durch die Gabe von Medikamenten gegen Fieberbläschen vor, damit diese auch weiterhin nicht ausbrechen. Bei Menschen mit einem intaktem Immunsystem ist Herpes auch nur im Ausnahmefall gefährlich; nur für Risikopatienten oder Schwangere kann der Ausbruch gefährlich werden.

Es gibt keine Impfung

Die Immunität gegen das Herpes-Virus kann nicht durch eine Impfung hergestellt werden. Zwar arbeiten die Forscher weltweit an einem passenden Impfstoff, doch hier gibt es noch keine Lösung: Wer einmal infiziert ist, der bekommt den hartnäckigen Virus nicht mehr los. Die Forschung hat zwar festgestellt, dass eine Windpockenerkrankung die Immunität gegen den Virus erhöhen könnte – doch weitere Erkenntnisse gibt es bislang nicht.

Immun gegen Genitalherpes?

Neben den Fieberbläschen, die sich bei einer Herpes-Infektion im Gesicht bilden, gibt es auch eine weitere Herpes-Variante, die sehr ansteckend ist: Genitalherpes. Auch gegen diese Art des Virus kann der menschliche Körper keine Immunität entwickeln. Trotzdem ist dieser Virus weniger verbreitet; nur etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung hat entsprechende Antikörper im Blut. Das liegt auch an der sogenannten Kreuzimmunität: Wer Lippenherpes hat, ist oft gegen Genitalherpes immun, und umkehrt. Das hängt wohl mit der Verwandtschaft der beiden Viren zusammen: Das Immunsystem bildet Antikörper gegen jenen Virus, mit dem man sich zuerst ansteckt. Die darauf folgende Herpesinfektion kann dann durch ebendiese Antikörper unterbunden werden.

Wie schützt man sich vor der Ansteckung?

Da der reguläre Herpes-simplex-Virus, wie bereits erwähnt, bei bis zu 95 Prozent der erwachsenen Menschen vorliegt, ist die Vorbeugung vor der Ansteckung fast unmöglich. Sehr wenige Menschen entwickeln nach einer Windpocken-Erkrankung als Kind eine gewisse Immunität. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte man beispielsweise nicht die selben Handtücher wie akut an Herpes erkrankte verwenden, auch sollte man natürlich vermeiden, die Infektion zu berühren – sogar über Hautkontakt kann sich der hochansteckende Virus verbreiten! Vorbeugend können Aciclovir-Tabletten eingenommen werden. Bei Menschen, deren Immunsystem akut beeinträchtigt ist – beispielweise bei einer HIV-Erkrankung – werden entsprechende Tabletten auch prophylaktisch verabreichert, so dass der Herpes-Virus seine Chance nicht nutzen kann.

Das eigene Immunsystem stärken

Da Herpes bei starker Sonneneinstrahlung ausbricht, sollte ein ausreichender UV-Schutz vor jedem Sonnenbad aufgetragen werden. Im Handel sind auch Lippenpflegestifte erhältlich, normale Sonnencreme dort tut es aber auch. Achten Sie auch grundsätzlich auf die Abwehrkraft Ihres Immunsystems: Durch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, regelmäßigen Sport und ausreichend Entspannungseinheiten. Auch wenn nach dem jetzigem Stand der Forschung keine völlige Immunität gegen Herpes erreicht werden kann, so lässt sich durch einen gesunden Lebensstil der Ausbruch der störenden Fieberbläschen oft verhindern. Akzeptiert werden muss, dass bei manchen Menschen offenbar eine genetische Disposition für den Ausbruch der Fieberbläschen vorliegt, während andere kaum darunter leiden müssen. Bis die Forschung weitere Erkenntnisse in diesem Bereich gesammelt hat, und vielleicht sogar einen Impfstoff entwickelt, mit der jeder die Immunität gegen die Krankheit ausbilden kann, müssen die Menschen mit dem vielleicht verbreitetsten Virus der Welt leben.

 


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