Ist Herpes auf der Zunge gefährlich?

Herpes auf der Zunge (Quelle: Bigstock-ID-66704626-by-ra2studio)

Herpes kann durch zwei Virenstämme ausgelöst werden. Es gibt die Stämme Herpes-simplex Typ 1 (HSV-1) und Herpes-simplex Typ 2 (HSV-2). Der Herpes-simplex Typ 1 verursacht vor allem Läsionen im Gesichtsbereich, im Mund und in der Nase. Herpes-Viren vom Typ 2 breiten sich im aktiven Stadium vor allem im Bereich der Genitalien aus.

Die Infektion mit dem Herpes-Virus findet sehr oft bereits im Kindergartenalter statt. Meist verläuft diese Primärinfektion vollkommen symptomlos. Bei Kleinkindern kann sich die Erstinfektion mit Herpesviren aber auch durch das Auftreten der sehr schmerzhaften Mundfäule (Gingivostomatitis herpetica) äußern. Die Herpes-Viren nisten sich in den Ganglien des Nervensystems ein. Dort sind sie für unser Immunsystem nicht erreichbar. Sobald der Organismus durch Krankheiten oder erhöhte körperliche oder seelische Belastungen wie Sorgen und Ängste geschwächt wird, werden die Herpes-Viren aktiv: Sie beginnen zu wandern und verursachen auf der Haut oder an den Schleimhäuten die typischen Herpeserscheinungen. Dabei handelt es sich um Entzündungen und Bläschenbildung auf den betroffenen Arealen.

Wie kann es zu einer Infektion mit Herpes-simplex vom Typ 1 kommen?

Die Herpes Viren vom Typ 1 und 2 werden durch engen körperlichen Kontakt mit anderen Menschen übertragen. So genügt beim Typ 1, der auch als oraler Herpes oder Herpes labialis bezeichnet wird, einen Menschen mit einer aktiven Herpesinfektion im Lippen- oder Mundbereich zu küssen. Auch das Trinken aus einem Glas, aus dem vorher jemand getrunken hat, der einen aktiven Herpes auf der Zunge, im Mund oder an den Lippen hat, reicht für eine Übertragung aus. Die Herpes-simplex Viren vom Typ 2 werden durch sexuelle Kontakte übertragen.Aktive Herpesinfektionen vom Typ 1 betreffen in der Hauptsache die Gesichtshaut und die Schleimhäute im Kopfbereich des Menschen. Sind die Abwehrkräfte geschwächt, wandern die Viren aus dem Nervensystem zu den Oberflächen der Haut und von den Schleimhäuten von Mund, Nase oder Augen. Am häufigsten sind die Lippen von einem aktiven Herpesausbruch betroffen. Doch die Herpesviren können sich von den Lippen in den Mundraum hinein ausbreiten und dort die Mundschleimhaut oder die Zunge befallen. Herpes auf der Zunge ist äußerst schmerzhaft und unangenehm.

Die Symptome bei Herpes auf der Zunge

Herpes auf der Zunge, auf den Lippen oder in der Mundschleimhaut beginnt zunächst mit einem unangenehmen Kribbeln und einem Spannungsgefühl. Bereits wenige Stunden später bilden sich hochrote Hautveränderungen. Innerhalb dieser Entzündungsherde bilden sich größere oder kleinere Bläschen. Diese Bläschen sind mit einer klaren oder eitrig gelben Flüssigkeit gefüllt, die hoch ansteckend ist. Auslöser für die Aktivierung der Herpes-Viren können schwächende Krankheiten, Dauerstress, aber auch Ekelgefühle, Angst oder außergewöhnliche körperliche Belastungen sein. Ebenso können hormonelle Schwankungen, wie sie während des Monatszyklus der Frau vorkommen, kurzfristig eine Abwehrschwäche des Immunsystems hervorrufen. Herpes auf der Zunge oder an einem anderen Ort tritt in den meisten Fällen als Begleitsymptom einer Schwächung des Immunsystems oder einer manifesten Erkrankung auf. Typisch ist das Auftreten von Herpes auf der Zunge, auf den Lippen oder an der Mundschleimhaut, wenn eine Erkrankung mit hohem Fieber vorliegt. Die Herpes-Infektion wird dann umgangssprachlich gern als Fieberbläschen benannt.

Herpes auf der Zunge und seine Folgen

Die Bläschen bei Herpes auf der Zunge oder an der Mundschleimhaut werden als Aphten bezeichnet. Diese Aphten sind mit Flüssigkeit gefüllt. Die Läsionen verursachen zunächst ein Druck- oder Spannungsgefühl und später starke Schmerzen. Die Aphten verändern sich im Laufe der Zeit. Die Bläschen öffnen sich und die Schleimhaut zerfällt geschwürig in den entzündeten Arealen. Die Ausheilung der Ulzerationen bei Herpes auf der Zunge und in der Mundschleimhaut kann, je nach Immunlage, sieben bis zehn Tage dauern. Währenddessen leidet der Betroffene an Schmerzen, die vor allem das Essen und Trinken stark erschweren können. Um die Abheilung von Herpes auf der Zunge und an den Lippen zu beschleunigen, sollte bereits bei den ersten Anzeichen einer Infektion durch aktivierte Herpes-Viren eine Behandlung eingeleitet werden. Es ist sehr wichtig, den wässrig-eitrigen Inhalt der Bläschen bei Herpes auf der Zunge nicht auf andere Körperteile oder Bereiche im Gesicht zu übertragen. Werden Viren verschleppt, können sie auf der Haut oder an den Schleimhäuten von Nase und Augen ebenfalls schwere Infektionen verursachen.

Die Therapie bei Herpes auf der Zunge

Ein Arzt kann in schweren Fällen von Herpes auf der Zunge und im gesamten Mundraum Gels oder Cremes verschreiben, deren Wirkstoffe die Entzündung beruhigen und die Ausbreitung der Viren verhindern sollen. Es gibt auch virusstatische Lösungen, mit denen die Mundhöhle bei Herpes auf der Zunge gespült werden kann. Da die Aphten bei Herpes auf der Zunge so stark schmerzen, enthalten die Medikamente zur Behandlung oft ein Lokalanästhetikum, welches die Beschwerden für eine kurze Zeit lindern kann.
In der Naturheilkunde werden die beruhigenden, schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkungen der Heilpflanzen Myrrhe und Blutwurz bevorzugt eingesetzt. Mit der Tinktur kann eine Mundspülung hergestellt werden, die die Beschwerden bei Herpes auf der Zunge und im Mund lindert und die Abheilung der Aphten unterstützt.

Vorbeugende Maßnahmen

Einer Erstinfektion mit Herpes-Viren kann heute kaum jemand aus dem Weg gehen. Die Viren haben sich im Organismus eingenistet und verbleiben dort bis ans Lebensende. Allerdings kann viel dafür getan werden, um das Immunsystem leistungsfähig zu erhalten. Denn nur durch starke Abwehrkräfte werden die Herpes-Viren daran gehindert, aktiv zu werden und Läsionen wie zum Beispiel Herpes auf der Zunge zu verursachen.
Die gute Funktion des Immunsystems kann durch einen entsprechenden Lebensstil unterstützt werden. Dazu gehören eine vollwertige Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und ausreichender und erholsamer Schlaf. Im Alltag sollte sich Stress, der nie ganz zu vermeiden ist, mit Phasen einer tiefen Entspannung abwechseln. Dauerstress schwächt das Immunsystem enorm. Die kurmäßige Einnahme von Präparaten aus der Apotheke, die Echinacea oder Eleutherococcus enthalten, stärken das Abwehrsystem zusätzlich.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 66704626 by ra2studio


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *