Ist Sport bei Herpes gefährlich?

Sport bei Herpes muss nicht gefährlich sein (BigStock-ID: 43000435 by Maridav)

Wer mit dem Herpesvirus geschlagen ist, muss aufpassen. Ein Herpesausbruch kann sehr unangenehm sein. Vor allem aber kann der aktive Herpesherd streuen. Im Prinzip darf man sich mit einem aktiven Herpes durchaus sportlich betätigen –aber bitte nur moderat. Ausdauer-Sportarten wie Walken, Schwimmen, Fahrrad fahren oder andere moderate Sportarten stärken das Immunsystem. Geht man jedoch an seine persönliche Leistungsgrenze und läuft einen Marathon mit, kann das sehr gefährlich sein. Durch exzessiv betriebenen Sport wird auch das Immunsystem an seine Grenzen gebracht und kann den Erreger nicht in Schach halten. Sport bei Herpes sollte man also aus verschiedenen Perspektiven betrachten.

Moderate Sportarten sind erlaubt

Handelt es sich nur um einen Lippenherpes, den man gut behandeln kann, gibt es kaum Einwände gegen Sport bei Herpes. Immerhin sind bis zu 80 Prozent der Deutschen mit dem Herpesvirus infiziert. Meist handelt es sich dabei um den Lippenherpes. Bei vielen Menschen schlummert der Herpes-Virus nur im Körper. Bei 35 Prozent der Betroffenen bricht die Erkrankung aber immer wieder aus. Man spricht dann von einem rezidivierenden Herpes. Dieser kann – auch durch sportliche Betätigung – verschleppt werden. Er kann beispielsweise durch ein achtloses Wischen über den Mund und ein anschließendes Wegwischen von Schweiß an die Nase oder ins Auge verschleppt werden. Schweißtreibender Sport bei Herpes kann also durchaus gefährlich sein. Zu den auslösenden Faktoren für den Herpesausbruch zählen zahlreiche Dinge:

  • Sonneneinstrahlung
  • falsche Ernährung
  • Stress
  • Erkältungen oder andere Infektionen
  • ein angeschlagenes Immunsystem
  • oder exzessiv betriebener Sport

Im normalen Ausmaß stärkt Sport auch bei Herpes das Immunsystem. Doch alle anderen Faktoren müssen ebenfalls beachtet werden. Oft bemerkt man einen beginnenden Herpesausbruch nicht rechtzeitig. Läuft man dann einen Halbmarathon mit oder tritt bei einer Triathlon-Veranstaltung an, kann dieser Sport bei Herpes problematisch werden. Gefährlich ist der Herpesvirus, weil er potenziell an jeder Stelle im Körper auftreten kann. Vom Genitalherpes über den Augenherpes bis zu einem in den Rachen verschleppten Herpes ist alles möglich. Noch schlimmer ist, dass der Herpesvirus auch den Herzbeutel angreifen kann, ähnlich einer verschleppten Grippe. Man sollte also genau überlegen, ob Sport bei Herpes sinnvoll ist oder nicht.

Vorbeugung ist die sichere Alternative

Wer häufig von Herpesausbrüchen geplagt ist, sollte sein Leben darauf abstellen, Vorbeugung zu betreiben. Die Ernährung sollte alle stark argininhaltigen Lebensmittel – vor allem Schokolade, Kaffee und Fleisch – meiden. Ein Herpesausbruch wird durch einen Überschuss von L-Arginin begünstigt. Der Gegenspieler von L-Arginin heißt L-Lysin. Er sollte in ausreichender Menge über Lebensmittel aufgenommen werden, um die Herpes verhindernde Balance beider Stoffe im Blut zu gewährleisten. Wer seinen Sport bei Herpes betreiben möchte, sollte sich über diesen Herpes-Auslöser informieren. In der amerikanischen Herpesbehandlung – vor allem bei immungeschwächten AIDS-Patienten – spielt das Lysin eine Hauptrolle. Es ist vor allem in Quinoa oder Amaranth in größeren Mengen enthalten. Arginin und Lysin sind Aminosäuren. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Lysinquellen ist eine gute Vorbeugung bei rezidivierendem Herpes. Solange man den Herpesvirus in Schach hält, kann man bedenkenlos Sport bei Herpes treiben. Dies gilt insbesondere dann, wenn die stark argininhaltigen Lebensmittel wohldosiert gegessen werden. Als zweiten Punkt sollte man das Immunsystem systematisch stärken, um Sport bei Herpes ausüben zu können. Da das Immunsystem zu 80 Prozent im Darm liegt, ist gute Darmpflege wichtig. Sie besteht in der Meidung von Unverträglichem und Toxischem sowie der Aufnahme einer ballaststoffhaltigen, vitalstoffhaltigen und abwechslungsreichen Kost. Mit sanften Sportarten wie Yoga, Chi Gong, Tai Chi, moderatem Schwimmtraining oder Walking kann man Sport auch bei Herpes betreiben. Zu beachten ist allerdings die Ansteckungsgefahr für andere.

Sport bei Herpes erfordert Rücksichtnahme

Mannschaftssportarten, Kampfsport mit engem Körperkontakt und Sportarten, bei denen man über das Wasser oder gemeinsam genutzte Handtücher etc. andere anstecken kann, sind bei einem Herpesausbruch strikt zu meiden. Bei einem aktiven Herpes gefährdet man niemals andere. Außerdem geht man niemals an seine Belastungsgrenzen, damit der Herpes sich nicht im eigenen Körper verbreitet. Das Training anstrengender Sportarten sollte gegebenenfalls eine Weile ausgesetzt werden. Um die Ansteckungsgefahr für andere und sich selbst zu minimieren, ist perfekte Hygiene das A und O. Wer moderaten Sport bei Herpes betreibt, desinfiziert seine Bekleidung und seine Handtücher besser. Zusätzlich sollte man den Herpes sofort nach dem Ausbruch mit salbenförmigen Antivirustatika behandeln. Sie töten die Viren nach und nach ab und verhindern das versehentliche Streuen. Ein Augenherpes gehört immer in die Hände eines erfahrenen Augenarztes. Auch einen Nasenherpes im Naseninneren sollte man nicht unterschätzen. Da man bei anstrengenden Sportarten ins Schwitzen kommt, ist eine Selbstübertragung über den Schweiß durchaus möglich. Herpes ist hochgradig ansteckend und kann unbehandelt in eine Gürtelrose münden. Diese ist extrem schmerzhaft. Die beste Art, Sport bei Herpes zu betreiben, ist: nur moderates Training anzusetzen und sich deutlich mehr Ruhephasen zu gönnen. Moderates Immuntraining, viel Schlaf und eine hochwertige und vitaminreiche Kost sind Pfeiler für die baldige Genesung. Diese kann allerdings bis zu 14 Tage dauern.

Bildquelle:
BigStock-ID: 43000435 by Maridav


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *