Lippenherpes: Hartnäckig, doch behandelbar

Lippenherpes kann behandelt werden (Bildquelle: BigStock-ID-42591502-thandra)

Lippenherpes ist eine wahre Volkskrankheit. Das Leiden ist besonders hartnäckig, lässt sich mittlerweile jedoch gut behandeln. Entscheidend ist allerdings, um welche Form der Krankheit es sich handelt.

Warum Lippenherpes so hartnäckig ist

Er beginnt mit einer leichten Rötung und schmerzhaften Stellen im Lippenbereich und kann mit einer Lymphknotenschwellung enden: Der Lippenherpes. Die Infektionskrankheit wird durch die Herpesviren übertragen und ist nur schwerlich in den Griff zu bekommen. Grund dafür ist die DNA der Viren, welche nach der Infektion ein Leben lang in den Nerven überdauern kann. Es entstehen also immer neue Herpesviren, die das Immunsystem schwächen und im schlimmsten Fall eine Zweitinfektion auslösen. Deshalb sollte man bereits bei den ersten Symptomen handeln und den Lippenherpes mit Hilfe von Medikamenten eindämmen. Noch besser ist es jedoch, die Übertragung zu vermeiden. Das funktioniert im Falle des so genannten Genitalherpes, ist beim Lippenherpes jedoch nicht möglich.

Wie wird der Virus übertragen?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Lippenherpes, welche unterschiedlich übertragen werden. Zum einen den Herpes-simplex-Virus 1, welchen rund 90% der Menschen bereits in sich tragen. Dieser Virus wird durch die so genannte Tröpfcheninfektion ausgelöst und hat in der Regel keine schwerwiegenden Auswirkungen, wenn er das erste Mal ausbricht. Erst bei einem erneuten Ausbruch kann der Lippenherpes chronisch werden. Übertragen wird der erste Typ auch beim Küssen oder durch den Kontakt mit einem kontaminierten Gegenstand. Auch, wer aus unsauberen Flaschen oder fremden Gläsern trinkt, kann sich infizieren. Der zweite Herpestyp ist der Genitalherpes. Er wird auch als HSV2 bezeichnet und kann dieselben Erkrankungen wie der erste Typ hervorrufen. Lippenherpes selbst ist eine eigenständige Infektion, welche keine weiteren Aufteilungen hat. Er wird auf folgenden Wegen übertragen:

  • Tröpfcheninfektion
  • Berührung von kontaminierten Gegenständen
  • Kontakt mit Erkrankten
  • Küssen von infizierten Personen

Mittel gegen Lippenherpes

Lippenherpes ist eine äußerst schmerzhafte Infektion, lässt sich jedoch glücklicherweise effektiv behandeln. Nötig ist das allerdings nur, wenn die Beschwerden sehr stark ausgeprägt sind und die Gefahr einer Übertragung besteht. Dann kann auf verschiedene Therapie-Maßnahmen zurückgegriffen werden, welche den Ausbruch gezielt eindämmen und die Beschwerden lindern. Dazu zählt etwa die Behandlung mit dem Wirkstoff Aciclovir.

Dieses virenhemmende Präparat wird in Form einer Salbe oder Creme auf die betroffenen Stellen aufgetragen oder als Tabletten eingenommen und wirkt innerhalb kurzer Zeit. Auch spezielle Herpesbläschen-Pflaster sind ein probates Mittel, um Herpes an der Lippe schnell loszuwerden. Ist die Infektion besonders schwerwiegend, müssen entsprechende Mittel intravenös verabreicht werden.

Neben dem Lippenherpes selbst müssen auch eventuelle Zweitinfektionen behandelt werden. So kann es etwa passieren, dass sich eine Bakterieninfektion entwickelt, was den Einsatz spezieller Antibiotika notwendig macht. Komplett lassen sich die Herpes-simplex-Viren jedoch nicht aus dem Körper verbannen. Sie können jederzeit erneut ausbrechen, weshalb es sich empfiehlt, vorbeugende Maßnahmen zu treffen.

Gibt es Hausmittel?

Wie bei vielen anderen Beschwerden gibt es auch bei Lippenherpes eine Reihe von Hausmitteln. Nicht alle davon helfen, doch einige können die Schmerzen durchaus lindern. So etwa Honig. Wie einige Studien erwiesen haben, bewirken die Stoffe im Honig eine schnellere Abheilung der Herpesviren und lindern den Juckreiz. Melissenextrakt soll eine ähnliche Wirkung haben, jedoch ist die Wirksamkeit noch nicht mit Sicherheit bewiesen. Ein gekühlter Löffel wirkt dagegen Wunder, da er die betroffenen Stellen leicht betäubt und den brennenden Schmerz reduziert. Bestimmte Cremes helfen ebenfalls gegen den hartnäckigen Virus. Darüber hinaus kann die Verwendung von Aloe Vera helfen. Der Saft der Pflanze gilt als Wundermittel und wirkt sehr effektiv, wenn er auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird. Da die verschiedenen Gels unterschiedlich hohe Aloe Vera-Mengen enthalten, kann sich die genaue Wirkungsweise unterscheiden. In der Regel tritt jedoch schon nach wenigen Minuten eine Linderung der Beschwerden ein.

Hausmittel zu denen man nicht greifen sollte

Neben diesen wirksamen Mitteln gibt es auch einige Rezepte, die zwar als Hausmittel gelten, die Beschwerden jedoch noch verstärken. Dazu zählt etwa Zahnpasta. Sie soll die Herpesbläschen austrocknen und dadurch den Heilungsprozess beschleunigen, bewirkt jedoch das Gegenteil. Die Zahnpasta beschädigt die schützende Kruste und öffnet so Bakterien die Türe. Auch Essig oder Alkohol gehören nicht auf eine Herpesinfektion, da sie die Beschwerden noch verstärken. Backpulver, Salzlösungen und ätherische Öle werden häufig noch als Hausmittel gegen Lippenherpes verwendet, sind jedoch nicht die beste Wahl. Sie verstärken die Infektion zum Teil noch und sind auch aus hygienischer Sicht nicht ideal.

Milchprodukte sind Herpeskiller

Zuletzt gibt es noch einige Lebensmittel, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe gegen Lippenherpes wirken. Dazu gehöre vor allem Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Milch, aber auch Rindfleisch und Nüsse. Wer an Herpes leidet und sich überwiegend davon ernährt, kann die Ausbreitung des Virus durch das enthaltene Arginin eindämmen.

Wie vermeide ich eine Infektion?

Lippenherpes selbst kann nicht vorgebeugt werden, da sich der Virus bei den meisten Menschen bereits im Körper befindet. Allerdings lässt sich ein Ausbruch an der Lippe durch folgende Vorsorgemaßnahmen vermeiden:

  • Auf eine gesunde Lebensweise achten
  • Das Immunsystem durch ausreichend Bewegung stärken
  • Stress möglichst vermeiden
  • Für ausreichend Schlaf sorgen
  • Den Kontakt mit UV-Strahlen meiden

Wer diese Dinge beachtet und sein Immunsystem stärkt, minimiert das Risiko, dass der Lippenherpes ausbricht. Dennoch kann es ohne ersichtlichen Grund zu einem Ausbruch der Infektion kommen. Dann gilt es, schnell zu handeln und so weiteren Komplikationen vorzubeugen. So sollten die entzündeten Stellen keinesfalls berührt werden, um zu vermeiden, dass die Infektion über die Hand auf andere Körperteile übertragen wird. Während der Infektion sollte man zudem regelmäßig die Hände waschen und auch die Einname von leichten Medikamenten ist möglich.

Bildquelle:
BigStock ID-42591502 by thandra


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