Neugeborenen kann Herpes gefährlich werden

Herpes bei Babys und Kleinkindern kann gefährlich werden!

Neugeborenen kann Herpes gefährlich werden

Lippenbläschen hatten die meisten Menschen einmal oder sogar öfter im Leben. Gürtelrose tritt seltener auf, ist dafür aber oft sehr schmerzhaft und langwierig. Genitalherpes ist peinlich, an Windpocken erkranken meistens Kinder und Röteln sind gefährlich für Schwangere. So verschieden diese Krankheiten auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie werden ausgelöst durch unterschiedliche Erreger aus der Familie der Herpes-Viren.

Was sind Herpes-Viren

Am bekanntesten ist wohl der Lippenherpes (Herpes labialis). Herpes labialis wird ausgelöst durch das Herpes Simplex Virus. Fast jeder Mensch trägt diesen Virus in sich. Lippenherpes tritt wiederholt und meistens in Verbindung mit einer Erkältung oder auch bei Frauen gleichzeitig mit der Regelblutung auf. Also immer dann, wenn das Immunsystem in irgendeiner Form geschwächt ist. Dasselbe gilt auch für Herpes genitalis oder Lippenbläschen. Verantwortlich für Windpocken und Gürtelrose ist das Varicella-Zoster-Virus. Röteln werden durch das Rubellavirus übertragen.
Von den Herpes-Simplex-Viren ist bekannt, dass sie ihren menschlichen Wirt – nachdem er sich damit infiziert hat – ein Leben lang begleiten. Das Virus dringt über die Schleimhäute beim Küssen oder durch Geschlechtsverkehr in den Körper ein und wandert von dort bis zu den Knotenpunkten der Nervenbahnen (Ganglien). Dort ruhen sie, bis ihr Wirt zum Beispiel durch Stress oder einen Infekt geschwächt ist, um dann wieder auszuschwärmen und auf der Haut auszubrechen.
Bei Röteln erfolgt die Übertragung der hochansteckenden Viren durch Husten oder Niesen. Wer von diesen Viren befallen ist, scheidet sie bereits etwa 7 Tage lang aus, bevor Krankheitssymptome auftreten. Besonders gefährlich ist diese Erkrankung für Schwangere und ihr ungeborenes Kind. Röteln-Erreger gelangen über das Blut durch die sogenannte Plazentaschranke so dass sie auch das ungeborene Baby infizieren können. Besonders groß ist die Gefahr bei einer Erkrankung in den ersten vier Monaten einer Schwangerschaft. Ein infiziertes Baby kann mit schweren Fehlbildungen zur Welt kommen.

Welche Risiken bedeuten Herpesviren für Neugeborene

Neugeborene Babys verfügen in ihren ersten Lebenswochen kaum über körpereigene Abwehrkräfte und haben eine schwaches Imunsystem. Das bedeutet, dass sich eine Virusinfektion im gesamten Körper ausbreiten kann. Bekanntlich kann man Viren nicht mit Antibiotika bekämpfen. Darum ist mit aller Konzequenz auszuschließen, dass Eltern oder Verwandte ein Baby in seinen ersten Lebenswochen mit einem Lippenherpes anstecken. Ein Neugeborenes kann durch eine Infektion mit Herpes simplex im schlimmsten Fall eine tödlich verlaufende Hirnhautentzündung bekommen.
War eine Frau bereits vor einer Schwangerschaft wiederholt vom Lippenherpes betroffen, kann sie davon ausgehen, dass ihr Körper bereits Antikörper gebildet hat.
Dann nimmt man an, dass ihr ungeborenes Kind ebenfalls über Antikörper verfügt.
Sehr gefährlich für das Ungeborene ist jedoch eine Erstinfektion der Mutter kurz vor der Geburt und besonders dann, wenn Herpes simplex als Genitalherpes ausbricht. Auch Vorsicht ist angesagt, wenn Herpes kurz vor dem Geburtstermin wieder aufblüht. In beiden Fällen gelangen Herpesviren während des Geburtsvorganges über die Haut und die Augen des Babys in sein Blut, verbreiten sich im Körper und können ins Gehirn wandern und dort eine Gehirnhautentzündung auslösen. Etwa 95 Prozent aller betroffenen Neugeborenen infizieren sich während und kurz nach der Geburt, nur etwa 5 Prozent bereits im Mutterleib.

 

Ein Arztbesuch mit Untersuchung bei Herpes ist unerlässlich!

Ein Arztbesuch mit Untersuchung bei Herpes ist unerlässlich!

 

Wie lassen sich Neugeborene schützen

Bezogen auf Röteln und Windpocken ist es ratsam vor Eintritt einer Schwangerschaft durch einen Arzt seines Vertrauens abklären zu lassen, ob ein ausreichender Immunschutz gegen diese Virenarten besteht. Gegebenenfalls kann eine Impfung Schutz bieten.
Besteht eine Gefahr, dass sich das Neugeborene während des Geburtsvorganges mit Herpes-simplex-Viren infiziert, kann es durch einen Kaiserschnitt davor bewahrt werden.
Während einer bestehenden Schwangerschaft, besonders aber im letzten Drittel sollten beide Elternteile alles daran setzen, eine Erstinfektion mit Herpesviren auszuschließen. Bei einem akuten Herpesausbruch sollten beide auf jeden Kuss sowie auf Geschlechts- und Oralverkehr verzichten. Herpesbläschen dürfen wegen der Verbreitungsgefahr nicht aufgekratzt und Salben nicht mit dem Finger aufgetragen werden.
Von Herpes befallene Familienangehörige, Verwandte und sonstige Besucher sollten den Körperkontakt mit einem Neugeborenen konsequent vermeiden. Eine Ansteckungsgefahr geht jedoch nicht nur von einem akuten Lippenherpes aus. Betroffene können Herpesviren über die Schleimhaut ausscheiden, ohne dass sie Lippenbläschen aufweisen.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Hygiene. Eine Ansteckung kann auch über Textilien erfolgen, da Herpesviren bei niedrigen Temperaturen in der Waschmaschine nicht zuverlässig abgetötet werden.Den besten Schutz gegen Herpesviren wie auch gegen viele andere Krankheiten bietet ein starkes körpereigenes Abwehrsystem. Eine gute Basis dafür liefert eine gesunde Lebensweise mit guter, vollwertiger Ernährung, ausreichendem Schlaf und viel Bewegung, möglichst an der frischen Luft.

Bildquellen:
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