Wie entsteht Herpes?

Als Auslöser des Lippenherpes (Herpes labialis) gelten die Herpes-Simplex-Viren Typ I und II. Herpes-Viren werden oft schon im Kindesalter durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen und verbleiben lebenslang im Körper. Oft kann der Zeitpunkt der Ansteckung nicht mehr sicher bestimmt werden, da die Erstinfektion meist symptomlos verläuft. Bei der Erstinfektion gelangen die Herpesviren in die Nervenzellen, wo sie für das Immunsystem nicht erkennbar sind und demzufolge auch nicht bekämpft werden. In den Nervenzellen überdauern die Herpesviren ein Leben lang.

Ist das Immunsystem durch eine Krankheit geschwächt, kommen die Viren zum Vorschein und es entsteht die Sekundärinfektion, der nun sichtbare Lippenherpes. Als Auslöser für die Sekundärinfektion gelten u.a. Stress, Hautreizungen, Sonnenbrand oder ein geschwächtes Immunsystem (Aids, Krebserkrankungen).

Die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Infektion kann zwischen zwei und zwölf Tagen dauern. Zuerst spürt man das für Lippenherpes typische Jucken und Brennen an der betreffenden Hautstelle, bevor die schmerzhaften Bläschen entstehen, die später aufplatzen und verkrusten. Lippenherpes wird mit einer virenhemmenden Salbe mit dem Wirkstoff Aciclovir behandelt. Handelt es sich um eine schwere Herpes-Infektion, kann zusätzlich das gleiche Medikament in Tablettenform gegeben werden.
Das virenhemmende Medikament kann die Viren nur eindämmen, aber nicht vollkommen ausmerzen. Die Viren verbleiben lebenslang im Körper und können jederzeit einen neuen Ausbruch der Infektion auslösen.

Der Inhalt der Herpesbläschen ist hochinfektiös und es muss darauf geachtet werden, dass die Viren nicht durch Schmierinfektion an anderen Stellen des Körpers Infektionen verursachen. Ganz besonders sollte man darauf achten, dass die Hornhaut der Augen nicht mit den Viren in Berührung kommt.
Genitalherpes wird durch die gleichen Herpesviren verursacht wie der Lippenherpes. Er zählt zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit und äußert sich durch schmerzhafte und stark juckende Bläschen an den Geschlechtsorganen. Zur Vorbeugung gehört der Verzicht auf orale Sexualpraktiken und die Verwendung von Kondomen. Genitalherpes kann unter der Geburt auf das Baby übertragen werden und zu schweren gesundheitlichen Beschwerden beim Neugeborenen führen. Genitalherpes wird wie Lippenherpes auch mit dem virenhemmenden Wirkstoff Aciclovir in Salben- und Tablettenform behandelt.


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